Das Schützenheim

Während das KK-Schießen in den zwanziger und dreißiger Jahren – wie bereits erwähnt – in einer Kiesgrube durchgeführt wurde, waren für das Schießen mit Zimmerstutzen und Luftgewehr Schießstände in den Räumen der Gaststätte „Traube“ eingerichtet.

Der KK-Schießstand wurde in den vierziger Jahren aufgegeben. Die Einrichtung der Schießstände in der Gaststätte ist immer als ein Provisorium angesehen worden, weil die Bedingungen, unter denen hier geschossen wurde auf keinen Fall den Anforderungen entsprachen.

Schon lange haben sich daher die jeweiligen Vereinsleitungen mit dem Gedanken getragen, ein eigenes Schützenheim mit entsprechenden Schießständen zu schaffen. Alle Versuche scheiterten aber, weil ein geeignetes Grundstück nicht zur Verfügung stand und weil in der Hauptsache die Finanzierung des Bauvorhabens nicht gesichert war.

In den sechziger Jahren nimmt der Plan jedoch feste Formen an, als sich die Opferstetter Landwirte Leonhard Keller und Leonhard Geiger, die dem Verein als Mitglieder angehörten, bereit erklären, dem Schützenverein zu günstigen Bedingungen Grundstücke am Kanal zur Verfügung zu stellen.

Im Herbst 1966 ist es dann so weit, dass der derzeitige 1. Schützenmeister Sterfan Auer, in der Notariatskanzlei in Günzburg seine Unterschrift unter den Grundstücks-Kaufvertrag setzten kann.

Der Vereinsausschuss ernennt hierauf einen Bauausschuss, der aus 5 Mitgliedern besteht und in dem die Schützenkameraden Hans Lipple für die Planung und die Bauausführung und Hans Vierbacher für die Aufstellung des Finanzierungsplanes zuständig sind.

Mit dem Aushub- und den Bauarbeiten wird 1968 begonnen und Dank des fleißigen Arbeitseinsatzes vieler Schützenkameraden und der Mithilfe ortsansässiger Firmen, die Baugeräte und Baumaschinen zur Verfügung stellten, kann das Schützenheim bereits am 1. Mai 1971 eingeweiht und das Eröffnungsschießen durchgeführt werden. Es entstanden vier KK-Stände-50 m, zwei KK-Stände-50/100 m und fünf Pistolenstände-25 m. Die Luftgewehrstände wurden in die KK-Stände integriert. Dies bedeutete jedoch für die Luftgewehrschützen ein Schießen bei jeder Wetterlage, da ins Freie geschossen wurde.

In der Ausschusssitzung vom 17. September 1973 wird nach vorheriger Zustimmung der Generalversammlung wieder ein Bauausschuss gewählt, dem es obliegt, die Voraussetzungen für die Errichtung eines Anbaues zum Schützenheim zu schaffen, in dem die Luftgewehrstände untergebracht werden können. Im Zuge dieser Baumaßnahme sollten auch zugleich die Kapazitäten für das KK- und Pistolenschießen erweitert werden.

Vorsitzender dieses Bauausschusses wird Schützenkamerad Hans Vierbacher. Die Bauleitung wird wider Hans Lipple übertragen.

Die Verhandlungen mit der Familie Keller, Opferstetten, betreffend nochmaligen Grunderwerbs, werden am 12. Juni 1975 geführt und bald Einigkeit erzielt. In einer am 16. Februar 1975 stattgefundenen Generalversammlung wird der Ankauf von 1.400 qm Gelände bekannt gegeben.

Im Frühjahr 1978 ist es nach Überwindung verschiedener Schwierigkeiten dann soweit, dass die Arbeiten begonnen werden konnten. Und wieder ist es der unermüdliche Einsatz vieler Männer und Frauen, die das Werk bald gelingen lässt. Ein besonderes Lob verdient der Planer dieses Projekts, Andreas Allerberger aus Echlishausen der ebenfalls dem Bauausschuss angehörte. Er scheute weder Arbeit noch Mühe, um die fachlichen Voraussetzungen für die Ausführung dieses Anbaues zu schaffen.

Im Januar 1979 wurde die Luftgewehrhalle fertig gestellt. Auf zwei Geschossebenen konnten 15 Luftgewehr- und Luftpistolenstände untergebracht. werden. Die Halle wurde so konzipiert, dass eine Zusammenlegung mit dem Gastraum möglich ist und dadurch Räumlichkeiten für größere Veranstaltungen geschaffen werden können.

Im Jahre 81 wurden die Bauarbeiten für die Erweiterung der KK- und Pistolenstände beendet. Nun standen unseren Schützen 8 KK-Stände-50 m, 2 KK-Stände 50/100 m und 10 Pistolenstände-25 m zur Verfügung.

Im Laufe der Zeit wurden die alten Seilzuganlagen durch moderne elektrische Stände ersetzt.

2001 war nun das Jahr, in dem erneut umfangreiche Baumassnahmen durchgeführt wurden. Ein kompletter Gebäudeteil wurde errichtet, der bisherige "alte" KK-Stand wurde auf gleicher Ebene nach vorne mit einem ca. 160 qm großen Raum versehen, der zum einen der Schalldämmung dient, zum anderen problemlos zu einem Luftgewehrstand umgebaut werden kann.

Über diesem zusätzlichen Raum wurde ein komplett neuer Anbau geschaffen, in dem die Jugend nun eigene Räumlichkeiten vorfindet und der ebenfalls während des 100 Schuss-Turniers als Halle für Luftdruckwaffen genutzt werden kann. Die Bauarbeiten hierzu wurden im Dezember 2001 abgeschlossen.

Rückblickend kann gesagt werden, dass die Schützen jederzeit bemüht waren, nicht nur die von den Gründungsmitgliedern erhofften Erwartungen zu erfüllen, sondern es ist ihnen gelungen, diese in vorzüglicher Weise zu übertreffen.

Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass das Erreichte nur mit Unterstützung vieler Mitglieder und in gutem Einvernehmen mit der Gemeinde- des Landkreises Günzburg und dem Land Bayern zustande kommen konnte. Dank gebührt auch dem Schützengau Günzburg Land und dem Bezirksschützenmeisteramt, das den Wünschen und Anträgen des Schützenverein Bühl mit viel Wohlwollen und Verständnis entgegenkam.